Das Präteritum

Das Präteritum (Vergangenheit) benutzen wir, um auszudrücken, dass etwas in der Vergangenheit passiert ist. Meistens benutzen wir es in der Schriftsprache und in formeller Sprache, zum Beispiel in Romanen und Geschichten oder in den Nachrichten. In der gesprochenen Alltagssprache verwendet man eher das Perfekt. Bei einigen Verben wie sein, haben und den Modalverben kommen aber auch die Präteritumsformen oft im Alltag vor.

Bildung

Das Präteritum kann auf verschiedene Weise gebildet werden.

  1. schwache Verben: Verbstamm + te + Endung
    Beispiel: du suchst → du suchtest
  2. starke Verben: geänderter Verbstamm + Endung
    Beispiel: du gehst → du gingst
  3. starke Verben: geänderter Verbstamm + te + Präteritum-Endung
    Beispiel: du rennst → du ranntest

Die Endungen im Präteritum sind etwas anders als im Präsens: In der ersten und dritten Person Singular gibt es keine Endung.

PersonVerbstammPräteritum-Kennzeichen -t-Endung
ichsuchte
edusuchtest
er / sie / essuchte
wirsuchten
ihr suchtet
siesuchten
1 Das schwache Verb suchen im Präterium

Persongeänderter Verbstamm(kein -t-)Endung
ichging
dugingst
er / sie / esging
wirgingen
ihr gingt
siegingen
2 Das starke Verb gehen im Präteritum

Persongeänderter VerbstammPräteritum-Kennzeichen -te-Endung
ichrannte
duranntest
er / sie / esrannte
wir rannten
ihrranntet
sierannten
Das Verb rennen im Präteritum

Noch ein paar Besonderheiten bei der Bildung:

  • Wenn der Verbstamm auf d, t, m oder n endet, fügen wir vor dem t ein e ein:
    öffnen: ich öffnete (nicht: ich öffnte)
    warten: ich wartete (nicht: ich wartte)
  • Wenn der Verbstamm auf einem Zischlaut (-s, -ß) endet, setzen wir vor der -st-Endung entweder ein -e- ein oder lassen ein -s- weg:
    essen: du aßt oder du aßest (nicht: du aßst)
  • Wenn der Verbstamm auf -ie endet, setzen wir kein zusätzliches -e ein:
    schreien (schrie-): sie schrien (nicht: sie schrieen)

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