Die Zeiten

Im Deutschen gibt es sechs Zeiten oder Tempora (Singular: Tempus):

Die Tempora lassen sich – grob gesagt – den Zeitstufen Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit zuordnen. Die Zeiten Futur II, Perfekt und Plusquamperfekt sind dabei vorzeitig zu Futur I, Präsens und Präteritum. Deshalb nennt man sie auch “vollendete” Zukunft / Gegenwart / Vergangenheit.

Zeiteinfache Zeitvollendet (mit sein/haben + Partizip II)
ZukunftFutur I
ich werde spielen
Futur II
ich werde gespielt haben
GegenwartPräsens
ich spiele
Perfekt
ich habe gespielt
VergangenheitPräteritum
ich spielte
Plusquamperfekt
ich hatte gespielt
Tabelle: Einfache und vollendete Zeitformen

Die Verwendung der Zeiten ist allerdings etwas komplizierter, als diese einfache Gliederung vermuten lässt. So kann man mit den Zukunfts-Zeiten auch Aussagen über die Gegenwart und Vergangenheit machen – in Form von Vermutungen:

  • Futur II für Vermutungen über die Vergangenheit: Hannes sieht müde aus. Er wird wohl schlecht geschlafen haben.
  • Futur I für Vermutungen über die Gegenwart: Hannes zittert. Ihm wird wohl kalt sein.

Das Präsens verwendet man auch, um über Dinge zu sprechen, die schon seit der Vergangenheit andauern. Man kann damit auch über Zukünftiges sprechen – häufig mit Zeitangabe.

  • Etwas dauert seit der Vergangenheit an: Ich verwende dieses Shampoo schon seit Jahren.
  • Etwas ist für die Zukunft geplant: Morgen gehe ich einkaufen.

Das Perfekt macht normalerweise Aussagen über die Vergangenheit, oft haben diese aber einen engen Bezug zur Gegenwart. Man kann es jedoch auch für Ereignisse verwenden, die in der Zukunft abgeschlossen sind (wie Futur II):

  • Enger Bezug zur Gegenwart: Ich habe mich entschieden, gesünder zu essen. / Wir haben mit unserem Shop bisher 50€ verdient (und die Einnahmen gehen weiter).
  • Abgeschlossenes Ereignis in der Zukunft: Soll ich dir noch helfen? – Nein, ich habe bestimmt in einer halben Stunde alles erledigt.
Darstellung der Zeiten im Deutschen