Satzglieder

In diesem Artikel stellen wir euch vor, welche Satzglieder es gibt und wie ihr sie bestimmt.

Das Prädikat

Das Prädikat besteht immer aus einem oder mehreren Verben. Es braucht immer eine Nominativergänzung und manchmal auch weitere Ergänzungen.

VerbStefan isst gern Äpfel.
Karl muss seine Hausaufgaben machen.
Die Jungen haben eine Pizza bestellt.

Die Ergänzungen

das Subjekt / die Nominativergänzung

Die Person oder Sache, die etwas macht oder mit der etwas gemacht wird. Das Verb passt sich in der Form immer an das Subjekt an.

Wer / was?NominativergänzungDer Hund schläft.
Die Hunde schlafen.  
Das Auto wird gewaschen.
Die Autos werden gewaschen.

das Objekt / Ergänzungen in anderen Kasus

Manche Verben brauchen außer der Nominativergänzung noch eine oder mehrere Ergänzungen. Welche das sind, kommt auf das Verb an.

Wen / was?AkkusativergänzungStefan mag seinen Freund.
Wem?DativergänzungStefan gibt seinem Freund ein Geschenk.
Wessen?GenitivergänzungWir gedenken unserer Freunde.  

Die adverbialen Bestimmungen / Angaben

Die adverbialen Bestimmungen geben mehr Informationen darüber, wie/wann/wo… etwas passiert.

Wann?der Zeit (temporal)Ich gehe um 21:00 Uhr ins Bett.
Warum?des Grundes (kausal)Ich lerne, weil wir einen Test schreiben.
Wie?Der Art und Weise (modal)Ich fahre mit dem Bus zur Schule.
Wo?des Ortes (lokal)Wir wohnen in Berlin.
Wozu?des Zwecks (final)Ich höre zum Einschlafen Musik.
Wem/was zum Trotz?des Gegengrundes (konzessiv)Wir gehen trotz des Regens schwimmen.
Unter welcher Bedingung?der Bedingung (konditional)Bei Regen gehen wir nicht schwimmen.
Mit welcher Folge?der Folge (konsekutiv)Ich bin so müde, dass ich einschlafe.

Weitere Satzglieder

Das Prädikativum beschreibt eine Nominativ- oder Akkusativergänzung näher. Es ist dabei ein eigenes Satzglied. Es gibt verschiedene Arten von Prädikativa. Manche Verben (die sogenannten “Kopulaverben”) fordern eine zweite Ergänzung im Nominativ oder Akkusativ. Weil man sie nicht weglassen kann, nennt man sie “obligatorische Prädikativa”. Es gibt aber auch sogenannte “freie Prädikativa”. Diese sehen auf den ersten Blick aus wie eine adverbialen Bestimmung der Art und Weise. Hier muss man überlegen, ob eine Person/Sache beschrieben wird oder die Art und Weise, wie etwas gemacht wird. Das “Resultative Prädikativum” beschreibt das Ergebnis einer Handlung..

obligatorisches Prädikativum
mit Kopulaverb
NominativJohannes wird später berühmt / ein Rockstar.
AkkusativThomas nannte seinen Freund einen Idioten.
Freies PrädikativumNominativHannah fiel müde ins Bett.
AkkusativSie ließen die Kinder alleine.
Resultatives PrädikativumAkkusativDer Junge isst seinen Teller leer.

Das Attribut beschreibt ebenfalls eine Ergänzung näher. Im Gegensatz zum Prädikativum gehört es aber nicht zum Verb, sondern ist Teil der Ergänzung.

AdjektivattributMein Vater hat einen schwarzen Hund.
GenitivattributDer Hund meines Vaters ist ein Labrador.
RelativsatzIch gehe mit dem Hund, der meinem Vater gehört, spazieren.

Unterscheidung zwischen Satzgliedern und Wortarten

Satzglieder können aus einem oder mehreren Wörtern und verschiedenen Wortarten bestehen. Hier einige Beispiele:

Beispiel Prädikat:

Verb im Präsens AktivDer Junge lacht.
Verb im PerfektDer Junge hat gelacht.
Modalverb + PassivDer Junge muss abgeholt werden.
Trennbares VerbDie Mutter holt den Jungen ab.

Beispiel Objekt:

Ein PronomenIch mag ihn.
Artikel + (Adjektiv) + NomenIch mag den (kleinen) Hund.
NebensatzIch mag, was du sagst.

Satzglieder bestimmen

Ob es sich bei einer Gruppe von Wörtern um ein einziges Satzglied handelt, kannst du mit verschiedenen Proben herausfinden:

Umstellprobe

Du kannst das Satzglied komplett an eine andere Stelle verschieben.

Ich mag den kleinen Hund.Den kleinen Hund mag ich.
Ich lese gern, wenn es regnet.Wenn es regnet, lese ich gern.

Ersatzprobe

Du kannst das ganze Satzglied durch ein anderes Wort ersetzen.

Ich mag den kleinen Hund.Ich mag ihn.
Wenn es regnet, lese ich gern.Dann lese ich gern.

Erweiterungsprobe.

Du kannst das Satzglied länger oder kürzer machen.

Ich mag den kleinen Hund.Ich mag den süßen kleinen Hund.
Wenn es regnet, lese ich gern.Wenn es draußen regnet, lese ich gern.